Aktuelle Meldungen

der Landesvereinigung Sachsen-Anhalt

„Je früher – desto besser!“ – 5. Fachtag Frühförderung
am 23. September 2026 – Campus der Hochschule Magdeburg-Stendal

Ziel des Fachtags

Der diesjährige Fachtag widmet sich dem Thema der Früherkennung und der frühen Unterstützung der Familien, sei es in der Frühförderung selbst, im Kontext von Kindertagesstätten oder in der Sozialen Arbeit. Früh erkennen bedeutet, mögliche Entwicklungsauffällig-keiten bei Kindern möglichst frühzeitig zu identifizieren, damit Kinder und deren Familien gezielt unterstützt werden können.

Eine frühe Intervention kann Entwick-lungsverläufe positiv beeinflussen, Lern- und Sprach-entwicklung verbessern sowie sozial-emotionale Kompetenzen von Kindern stärken. Das Beobachten von Meilensteinen, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, offene Kommunikation mit Eltern und Fachkräften sowie der Einsatz evidenzbasierter Maßnahmen unterstützen die Entwicklung von Kindern.

Je früher auf Auffälligkeiten reagiert wird, desto größer sind die Chancen, individuelle Stärken zu fördern und mögliche Hürden zu überwinden. Das Thema spiegelt sich in den Vorträgen und Workshops wider und soll fachlich erlebt und diskutiert werden. 

Wir freuen uns auf diesen Tag und wünschen anregende Diskussionen und einen interessanten fachlichen Austausch! 

 

5. Fachtag der VIFF Sachsen-Anhalt – Inhaltliche Kurzinformationen zu den Fachvorträgen und den Workshops 

Hilfebedarfserhebung und –festellung

Referentin: Carolin Möbes-Kühn, Leiterin des Reha-Fachdienstes der Sozialagentur Sachsen-Anhalt

Die Sozialagentur Sachsen-Anhalt, mit Neugründung das Landesamt für Soziales, Jugend und Gesundheit, führt im Auftrag des Landes Sachsen-Anhalt als Träger der Eingliederungshilfe die Fachaufsicht über das Gesamtplanverfahren zur individuellen und personenzentrierten Bedarfserhebung und -feststellung. Der ELSA- Gesamtplan dient als verbindliches Erhebungs- und Feststellungsinstrument. Individuelle Bedarfe des Kindes, seine Umwelt, leistungs- und verwaltungsrechtliche Grundlagen, am Prozess zu beteiligende Akteure und Personen im Zusammenhang mit der regionalen Leistungskultur wirken sich aus auf die konkrete Bedarfsdeckung. Der Weg dahin wird dargestellt und reflektiert.

Workshop 1
Elternbournout – früh erkennen, früh benennen, früh intervenieren!

Katja Rittel – Dipl. Psychologin/ Praxis für heilkundliche Psychotherapie Dessau/Roßlau
Systemische Familientherapeutin und Marte Meo Supervisorin

Elternburnout, gibt es das wirklich? Ja, zunehmend sind Eltern durch ihre Elternschaft so belastet, dass es Krankheitswert hat. Elternburnout- früh erkennen, früh benennen, früh intervenieren, aber wie? In diesem Workshop erarbeiten wir zuerst gemeinsam eine theoretische Basis zu diesen Fragen, es werden Ursachen und Frühsignale besprochen sowie wissenschaftliche Hintergründe beleuchtet.

Auch sehen wir uns ein standardisiertes Sceeningverfahren an. Ideen werden gesammelt, wie man das heikle Thema anspricht, wenn man diese Signale erkannt hat und auch erste Hilfsmöglichkeiten vermittelt. Ebenso werfen wir einen Blick auf die eigene mögliche Belastetheit als Elternteil mit einem anspruchsvollen Berufsleben. Neben Fallreflexionen schauen wir also auch in den Spiegel. Und dann wird ausprobiert!

Workshop 2
Sprache im Vorschulalter – sprachliche Meilensteine in der Entwicklung

Referentin: Katja Ebeling – Logopädie Neu Denken/ Zertifizierte Weiterbildung in der sensorischen Integrationstherapie

Im Workshop geht es um folgende Themen:

  • Grundlagen physiologischer kindlicher Sprach- und Sprechentwicklung
  • Sensorische Integration als elementare Basis kindlicher Sprachentwicklung
  • Relevanz früher Interventionen
  • Sensorisch angereicherte Kindersprachförderung – konkrete Spielideen und Vorstellung diverser Materialien zur multisensoriellen Sprachförderung

Workshop 3
Unterstützte Kommunikation (UK)

Referentin: Anna Neumann – Ergotherapeutin, Fachberatung Autismus, Fachtherapeutin für UK
„Jeder Mensch hat etwas zusagen – wir zeigen, wie es hörbar wird“

UK umfasst alle Hilfen und Strategien, die Menschen ohne ausreichende Lautsprache dabei unterstützen, sich mitzuteilen und verstanden zu werden.
Inhalte:

  • Grundlagen & Einsatzbereiche
  • Methoden für den pädagogischen und therapeutischen Alltag
  • Hilfsmittel im Überblick: Low-Tech bis High-Tech
  • Praxistipps zur direkten Umsetzung
    Austausch und Reflexion

Workshop 4
Das Heidelberger Elterntraining zur frühen Sprachförderung: Konzept, Evidenz und Praxis für die Frühförderung

Referentin: Prof. Anke Buschmann – Professorin Hochschule Nordhausen, ZEL-Zentrum für Entwicklung und Lernen in Heidelberg

Sprache entwickelt sich im Dialog – und dieser findet in den ersten Lebensjahren vor allem im häuslichen Umfeld statt. Eltern sprachverzögerter Kinder sind jedoch häufig unsicher: Sie möchten ihr Kind unterstützen, wissen aber nicht genau, wie dies gelingen kann. Nicht selten reagieren sie direktiv und üben ungewollt Druck aus (z. B. durch häufiges Auffordern zum Nachsprechen).

Der Schlüssel zu einer gelingenden Sprachförderung liegt in einem responsiven und zugleich sprachanregenden Interaktionsverhalten. Genau hier setzt das „Heidelberger Elterntraining zur frühen Sprachförderung HET“ (Buschmann, 2024) an: Es handelt sich um ein wissenschaftlich fundiertes, ressourcenorientiertes Schulungskonzept, das sich besonders für die Frühförderpraxis eignet.
Im Workshop lernen Sie die theoretischen Grundlagen, die empirische Evidenz sowie die praktische Umsetzung des HET mit unterschiedlichen Zielgruppen kennen (Late Talker, Kinder mit allgemeiner Entwicklungsverzögerung, Kinder im Autismus-Spektrum). Sie erhalten einen fundierten Überblick über Zielsetzung und Wirkmechanismen des Programms und gewinnen anhand praxisnaher Beispiele – einschließlich Videointeraktionsberatung – Einblick in die systematische Vorgehensweise.

Workshop 5
Wenn Situationen mit Kindern und Familien „brenzlig“ werden, sind Fachkräfte
besonders gefordert: Wahrnehmen, einordnen und handeln – oft unter Unsicherheit und Zeitdruck

Referentin: Kerstin Hörnlein-Reckewell – Koordinatorin Frühe Hilfen Jugendamt Magdeburg

Dieser Workshop beleuchtet die Schnittstellen von Frühen Hilfen und Kinderschutz und gibt praxisnahe Orientierung für den professionellen Umgang mit herausfordernden Situationen. Im Fokus stehen das frühzeitige Erkennen von Belastungslagen sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten im pädagogischen Alltag. Ziel ist es, Sicherheit im Handeln zu gewinnen und die eigene Rolle zu stärken.

Workshop 6
Das Acht-Phasen-Spiralmodell zum Krisenmanagement nach Erika Schuchhardt – hilfreich für die Begleitung von Angehörigen von Kindern mit Behinderungen

Referent: Wolfram Stäps – Schulleiter Förderschule Hugo-Kükelhaus in Magdeburg

In den acht Phasen der Trauer- und Krisenverarbeitung nach Prof. Dr. Erika Schuchardt geht es um die Bewältigung von schwierigen Lebenssituationen. Es handelt sich um eines der bedeutendsten Phasenmodelle der Krisenverarbeitung der letzten Jahre. Das Wissen um diese Phasen gibt Begleiter*innen einen professionellen Zugang zu Menschen oder Familien in Not.

Fachvortrag
Die frühkindliche Entwicklung unter besonderen Herausforderungen

Referent: Jens Vandré – Dipl. Psychologe, Psychotherapeut AP/TP

Die noch relativ junge neurologische Forschung hat uns die besondere Wichtigkeit der ersten 1000 Tage der Entwicklung des Gehirns deutlich gemacht. Früh angelegte Nervenzellen in Gehirnregionen, die in dieser Zeit nicht genutzt werden, sterben ab und sind damit für immer als Entwicklungsgrundlage verloren.

Früh einsetzender Medienkonsum führt zu Deprivation auf mehreren Ebenen (emotionaler Austausch mit den Eltern, frühe Interaktionserfahrungen, frühe Sprachanregung, frühe Erfahrung von Tagesstruktur).

Den Kindern fehlen dadurch die grundlegenden Voraussetzungen auf der Ebene der interaktionellen Vorläufer der sprachlichen Entwicklung und dies äußert sich in autistisch anmutendem Verhalten. Kinder benötigen die Anregung aller Sinne, um eine gesunde Grundlage für alle Entwicklungsbereiche im Gehirn anzulegen.

Veranstaltungsflyer // PDF

„Je früher – desto bessser!“

5. FACHTAG FRÜHFÖRDERUNG
der VIFF Sachsen-Anhalt e. V. 

23. September 2026 

Hochschule Magdeburg-Stendal 

Anmeldeformular // Word-Dokument

„Je früher – desto besser“!

5. FACHTAG FRÜHFÖRDERUNG
der VIFF Sachsen-Anhalt e. V. 

23. September 2026 

Hochschule Magdeburg-Stendal